Drei Kanurouten in Nord-Uppland

Foto Berndt Godin

 

DREI KANUROUTEN IN NORD-UPPLAND

 

Hinter jeder Flussbiegung wartet eine neue Welt: Ein Reiher schwingt seine schweren Flügel, ein neugieriger Fuchs, vielleicht ein Otter. Die schwache Strömung führt dich vorbei an Grabstätten aus der Eisenzeit, über die Wasserteiche der alten Verarbeitungsstätten, vorbei an Teppichen von Seerosen in den Waldseen und unter den gebeugten Kronen von Laubbäumen durch.

Diese drei Kanurouten stellen den schönsten und am leichtesten zu paddelnde Teil der jeweiligen Flüsse dar. Diese Paddelabschnitte sind besonders anfänger- und familienfreundlich. Hier hat man meistens einen guten Ausblick auf die Umgebung und an vielen Stellen gibt es angenehme Rastplätze, einige davon mit Windschutz.

                      Die Kanurouten führen immer ausreichend Wasser und lediglich auf kurzen Strecken kann es wegen Wasserpflanzen etwas beschwerlicher werden. Die wenigen Passagen mit stärkerer Strömung sind in der Regel leicht passierbar. Alle Kanurouten sind beeinflusst von Regulierungen, was bedeutet, dass du an aufgestauten Bereichen vorbei musst. Trotz Aufstauungen kann das Wasserniveau zwischen Frühjahrsüberschwemmungen und Niedrigwasser im Sommer variieren.

 

TÄMNARÅN TIERP – STRÖMSBERG

Der Fluss Tämnarån schlängelt sich langsam und leise, unterbrochen nur von wenigen, kurzen Stromschnellen, vom See Tämnaren nördlich durch die flache uppländische Agrarlandschaft und trifft bei Karlholmsbruk auf das Meer.

Flussabwärts von Strömsberg kommen nach ein paar Kilometer einige schwere Stromschnellen. Bei Östra Vad ist es bei hohem oder niedrigem Wasserstand am Sichersten und Besten das Kanu per Anhänger auf der Straße östlich des Flusses zu transportieren. Nach ein paar Kilometern erreichst du einen Windschutz und Trinkwasser (nahe der Kirche von Västland).

Halte dich nach der Landstraßenbrücke vor Karlholm links, wenn du die Paddeltour bei der Teichanlage des alten Industrieortes beenden willst.

 

Foto Berndt Godin

 

 

PADDELN AUF DER KANUROUTE TIERP - STRÖMSBERG

Die Kanuroute beginnt in Tierp und ist ca. acht Kilometer lang. Du gelangst folgendermaßen zum Ausgangspunkt: Zweige von der Hauptstraße in Tierp auf Höhe des Krankenhauses ab und fahre ca. 300 Meter weiter in Richtung Fluss. Dort gibt es einen nahe gelegenen und guten Parkplatz und Möglichkeit zum Zelten. Der Startplatz für die Kanufahrt ist beschildert.

                      Die Strecke ist sehr gut geeignet für Anfänger, Familien und Schulklassen: Keine Stromschnellen, flachen und zugewachsenen Stellen und immer genug Wasserführung. Die Kanuroute ist während des gesamten Verlaufes breit und offen und beansprucht ein paar Stunden (in eine Richtung).

 

Einige hundert Meter vor Strömsberg gibt es auf der östlichen Seite einen schönen Rastplatz um an Land zu gehen. Dort befinden sich eine Grillstelle und eine Möglichkeit zum Zelten.

Die Kanuroute auf dem Tämnarån endet in Strömsberg. Halte dich links und gehe beim Parkplatz kurz vor dem Damm an Land.

                      Die alte Eisenhütte von Strömberg wurde zwischen 1643 und 1645 angelegt. Sie ist heute deshalb besonders, weil das komplette Industriegelände mit Schmiede, Kohlelagerhaus, Eisenhütte, Schmelzoffen und Arbeiterunterkünften noch besteht und besichtigt werden kann.

DEN GANZEN FLUSS ENTLANG PADDELN

Starte deine Paddeltour gerne bei Ubblixbo oder bei Sjölunda, dann störst du die Vogelwelt im Tämnaren nicht. Von Ubblixbo nach Ullfors führt der Fluss bei regenarmen Sommern stellenweise wenig Wasser und ist zugewachsen.

                      Bei der alten E4 und beim Kraftwerk kommt man nicht unter der Straße hindurch!

 

FYRISÅN VATTHOLMA – UPPSALA

Der Fyrisån schlengelt sich von den Quellseen um Österbybruk und dem Dannemorasjön durch die norduppländischen Wälder und weiter Richtung Süden, vorbei an Grabhügeln aus der Eisenzeit und Anbaugebieten bis nach Uppsala, wo er anschließend in den Mälaren mündet.

DEN GANZEN FLUSS ENTLANG PADDELN

Du kannst deine Kanutour ohne Probleme beim Dannemorasjön beginnen, Parkmöglichkeiten und Bushaltestelle befinden sich bei Lilla Ralby, ganz in der Nähe des Ausgangspunktes der Kanufahrt.

                      Die ersten zehn Kilometer führen größtenteils an einem hohem Schilfgürtel entlang, man erlebt aber nichts desto trotz das Gefühl der Wildnis.

                      Nördlich von Skyttorp befindet sich ein Windschutz. Ein alternativer Startplatz liegt bei der Brücke von Skyttorp, wo es auch einen kleineren Parkplatz gibt.

                      Bei Hochwasser ist die Strömung bei Vattholma stark und man geht am besten bei der Landstraßenbrücke nördlich des Ortes an Land.

 

Foto Berndt Godin

 

 

PADDELN AUF DER KANUROUTE VATTHOLMA – UPPSALA

Die Kanuroute beginnt flussabwärts vom Teich in Vattholma. Eine gute Parkmöglichkeit befindet sich auf der östlichen Seite, in der Nähe der Wehr. Folge der Beschilderung zum Ausgangspunkt ca. 75 Meter flussabwärts. Setze das Kanu nicht genau unterhalb des Teiches ein – hier ist es zum einen steinig, vor allem aber weil dort alter Eisenschrott liegt und manchmal starke Strömung herrscht. Bald gelangst du zum Mündungsbereich des Vendelån und die Wassermenge nimmt zu.

 

Zu Beginn des Frühjahres sind manche Gebiete zwischen Vattholma und Storvreta oft überschwemmt und somit auch wichtige Rastplätze für Enten, Gänse und Schwäne. Wenn du das Vogelleben nicht stören willst, gibt es die Möglichkeit das Kanu in der Nähe der Brücke bei der Nordeinfahrt nach Storvreta ins Wasser zu setzen und bei der Schule zu parken.

 

Allmählich gelangst du zum Teich bei Ekeby. Gute Voraussetzungen, abhängig von der Wasserführung, das Kanu aus dem Wasser zu nehmen bzw. einzusetzen bietet das westliche Ufer.

                      Flussabwärts des Teiches kann die Vegetation im Spätsommer etwas beschwerlich werden.

Bei Ensta gibt es eine kurzen Abschnitt mit Strömung, die bei einer gebauten Stromschnelle beginnt. Bei guter Wasserführung und mit etwas Erfahrung sollte es jedoch kein Problem sein diesen Abschnitt zu bewältigen. Andernfalls kann man das Kanu auf der westlichen Seite leicht an Land nehmen und die ca. 50 Meter zum Windschutz, wo es eine sicherer Einstiegsstelle gibt, auf dem Landweg zurücklegen. Vermeide das östliche Ufer, das zum Teil mühsam, aber vor allem Privateigentum ist.

 

Bei der Mühle von Ulva gehst du über den Steg rechts vom Teich an Land (Achtung! Nicht über den Steg, der zum Haus gehört) und legst unterhalb des Mühlengebäudes wieder ein. Der Staubereich flussabwärts kann bei niedrig Wasser schwer passierbar sein. Ungeachtet des Wasserniveaus ist es am sichersten außen am Staubereich vorbeizupaddeln.

                      Hier gibt es gute Parkmöglichkeiten und eine angenehme Einstiegsstelle, besonders wenn du Richtung Norden paddeln willst.

Die Kanuroute endet beim Parkplatz in Fyrishov / Uppsala.

                      Es wird davon abgeraten durch Uppsala zu paddeln!

 

KOLARMORAÅN VÄLLEN – BYSJÖN

Die Kanuroute auf dem Kolarmoraån beginnt im See Vällen und ist 18 Kilometer lang; genau richtig für einen Tagesausflug hinunter zum Bysjön.

                      Die Route verläuft im oberen Teil durch nur spärlich bebaute Waldgegenden und hat den Flair der Wildnis. Nadelwälder säumen den Fluss und die Seen, aber hier und dort sieht man auch besondere Laubbäume und Hainvegetation. Es gibt mehrere gute Rast- und Badeplätze in den Seen.

                      Wenn du fischen willst, benötigst du eine Fischerkarte.

 

Vällen Foto Berndt Godin

 

 

PADDELN AUF DER KANUROUTE VÄLLEN – BYSJÖN

Bei Björnsundet, Übergang der Landstraße 661 über den Vällen, befinden sich eine guter Ausgangspunkt und gute Parkmöglichkeiten. Ein alternativer Startplatz liegt beim Måviksbadet.

 

Nach einigen Kilometern paddeln auf dem Vällen in nördlicher Richtung findest du zum Auslauf des Kolarmoraån. Nach ca. 200 Metern im Fluss kommst du zu einer Aufstauung, an der du das Kanu aber leicht vorbei hebst. Hier gibt es zwei Windschütze, eine Feuerstelle und eine Toilette. Auch Wanderer auf dem Upplandsleden genießen diesen wunderbar gelegenen Rastplatz.

 

Windschutz und Toilette gibt es ebenso beim nördlichen Strand des Aspdalssjön, einige hunderte Meter nach der Landstraßenbrücke. Sowohl Prachttaucher als auch Fischadler nisten im See oder in der Nähe, sei also während Frühsommertouren in der Umgebung der Inseln vorsichtig.

Flussabwärts des Aspdalssjön gibt es Strecken mit dichtem Wasserpflanzenbewuchs, diese bereiten aber keine größeren Sorgen.

 

Sobald du den Bysjön passierst endet die Kanuroute und der Harboholmsån beginnt. Wenn du entscheidest die Paddeltour hier abzuschließen, kannst du das Kanu vor der Brücke beim Badeplatz herausnehmen.

 

BYSJÖN – NÄRDINGEN

Ab hier gibt es einige schwerere Passagen mit Aufstauungen, Abschnitten mit Strömung oder Flachwasser. Auskundschaftung des Geländes, Tragen des Kanus und Durchwaten der Gewässer kann also notwendig werden.

                      Draußen auf dem See Närdingen kannst du wählen entweder nordwärts weiterzupaddeln und nach einer sicherlich anstrengenden und anspruchsvollen Kanufahrt das Meer zu erreichen - oder du paddelst nach Süden und kommst nach einer leichten Kanufahrt nach Unungehöjden, ebenso ein gegeignetes Ziel.

                      Mehr Angaben zu diesem Abschnitt bekommst du bei der Tourismusinformation in Norrtälje.

 

Über das Allemansrätten

Sich auf dem Wasser fortzubewegen und in Wald und Feld frei zu bewegen ohne um Erlaubnis Fragen zu müssen ist ein Vorteil, den es nur in wenigen anderen Ländern in solcher Form gibt. Die Voraussetzung für das Allemansrätt in Schweden ist, dass wir Rücksicht auf die Vegetation, das Tierleben und den Menschen nehmen müssen.

                      Denk daran, dass Hunde vom 1. März bis zum 20. August an der Leine gehalten werden müssen. Während des restlichen Jahres müssen sie so beaufsichtigt werden, dass sie das Tierleben nicht stören.

 

Über das Feuermachen

Feuer sollte nur in den zur Verfügung gestellten Feuerstellen gemacht werden, diese gibt es entlang der Kanurouten. Wenn ein Feuerverbot gilt, darf man überhaupt kein Feuer machen!

 

Über die Vogelwelt

Viele Vögel haben im Frühjahr und Sommer ihre Nistplätze entlang der Seen und Wasserläufe. Vermeide in dieser Zeit auf den Insel, die es entlang der Kanurouten gibt, an Land zu gehen. Prachttaucher und Fischadler sind sehr sensibel gegenüber Störungen.

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